Vom 24. bis 28. Mai war der Partnerschaftskreis Eckental-Ambazac wieder mit einer großen Reisegruppe zu Besuch in der Partnerstadt.

Insgesamt 57 Personen hatten sich auf die Reise gemacht, der Großteil mit dem Bus, andere per Flugzeug oder Privat-Pkw. Bemerkenswert war auch diesmal wieder das überwältigende Interesse bei der Jugend: 27 Kinder und Jugendliche waren dabei.
Auf dem Besichtigungsprogramm stand diesmal::

  •  Le Moulin du Gôt, eine alte Wassermühle 
  • die alten Markthalle von St. Léonard 
  • eine kleine Schnapsbrennerei in Limoges, die Distillerie du Centre

Nach der Ankunft am Salle des Fêtes Mittwoch abends wurden wir auf die Gastfamilien verteilt. Neben den vertrauten Gesichtern sahen wir auch etliche neue, z.B. ein englisches Ehepaar. Jim spricht fließend Französisch und Deutsch und ist mit großem Schwung dabei. Interessant in diesem Zusammenhang: Schon mehr als 1% der Bevölkerung von Limoges sind neu zugewanderte Briten. Flugpreise von 20 ? zwischen London und Limoges sowie das ruhigere Leben im Limousin locken viele Neubürger über den Kanal. 

Der Donnerstag wurde mit den Familien verbracht, zum Ausruhen, Spazierengehen oder für Ausflüge. 

Am Freitag ging es eine halbe Stunde Fahrt ostwärts, nach St. Léonard de Noblat. Hier ist das Grab des Heiligen Leonhard. In Frankreich ist er Patron der Gefangenen; Ketten und Fußfesseln sind Teil seines Wappens. In Deutschland gilt er als Schutzherr der Pferde; ?Leonhardi-Ritte? in vielen Orten erinnern an ihn. Der Jakobsweg nach Santiago di Compostela führt direkt durch die Kirche. 
Unser Ziel war Le Moulin du Gôt, eine alte Wassermühle, die eine restaurierte Papiermanufaktur von 1522 und ein Druckereimuseum enthält. Wir erlebten die Herstellung von Papier, vom Zermahlen der Grundstoffe wie Stroh oder Bekleidungsreste bis zum Schöpfen der Bögen für Kunstdrucke. Nebenan in der Druckerei werden auf Maschinen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert die unterschiedlichsten Druckerzeugnisse hergestellt.

Das Mittagessen gab es in der alten Markthalle von St. Léonard, die extra für uns geöffnet worden war. Danach blieb noch Zeit für einen Espresso oder einen Rundgang im Ort. Nachmittags wurden die Jugendlichen im Informatiksaal des Collège erwartet. Hier gestalteten sie mit ihren französischen Freunden zweisprachige Internetseiten und hatten viel Spaß dabei. Betreut wurden sie von einem Lehrer der Grundschule, Herrn Marc Deloménie.

Die Erwachsenen besichtigten eine kleine Schnapsbrennerei in Limoges, die Distillerie du Centre aus dem Jahr 1789. Dort werden heute noch auf handwerkliche Art vor allem Apéritifs und Liköre produziert. Bei einer kleinen Verkostung wurde auch erwähnt, dass es im Jahre 1900 noch 48 Schnapsbrennereien in Limoges gab. Das angeschlossene Musée des Distilleries Limougeaudes zeugt davon. 


Der Tag klang mit dem Festabend aus: 164 Gäste genossen ein Menü mit Spezialitäten aus dem Limousin und feinem Rotwein. Wir hatten zum Apéritif einige Fässchen Bier mitgebracht. 
Für die musikalische Unterhaltung hatte das Comité de jumelage ausgesprochene Spezialisten engagiert. Der Direktor des Radiosenders France Bleu Limousin aus Limoges machte Disko wie im Radio, der berühmte Jazzer und Chansonnier Pat Giraud und die begeisternde Sängerin Julie Morillon boten ein Live-Konzert vom Feinsten.

Die Kinder der Sudetendeutschen Volkstanzgruppe unter der Leitung von Herrn Kahnt konnten mit ihren Tänzen und Liedern allerdings gut dagegenhalten und wurden vom Publikum mit herzlichem Applaus belohnt. 

Am Samstag war dann Zeit für private Aktivitäten, während sich die Vorstände der beiden Partnerschaftskreise zu einer gemeinsamen Sitzung trafen. Thema war die Vorbereitung des 20jährigen Partnerschaftsjubiläums im kommenden Jahr. Die Sitzung wurde, wie es sich gehört, mit einem gemeinsamen Apéritif beschlossen. 


Am Abend gab es ein Benefizkonzert in der Kirche von Ambazac, zu dem wir Gäste aus Deutschland eingeladen waren: Ein Männerchor, ausgewählt aus verschieden Chören der Region, riss das Publikum mit seinem Mix aus Klassik, deutschen! Volksliedern bis zu Popmusik regelrecht mit. Vielleicht besteht Interesse, diesen Chor zu unserem Jubiläum 2007 nach Eckental einzuladen? 

Am Sonntagmorgen hieß es Abschied nehmen, der Bus wartete. Gegen 23 Uhr waren wir dann wieder wohlbehalten zuhause in Eckental. Vielen Dank von hier aus an unsere französischen Freunde und Gastgeber für ihre Mühe und den wunderschönen Aufenthalt. Danke auch an unsere Chauffeure Harald und Birgit, die uns perfekt betreuten und die lange Busreise sehr sicher, angenehm und kurzweilig gestalteten. Besonders zu erwähnen ist auch die finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde Eckental und den Bezirk Mittelfranken - herzlichen Dank dafür!